Fifty shades of yellow

Reihen von leuchtend orangefarbenen Ringelblumenblüten, akzentuiert durch gelbe Farbtöne, füllen ein Gewächshaus mit saftig grünen Blättern darunter. Darüber hängen Körbe mit roten und rosafarbenen Blüten, die von den Glaswänden und der Decke des Gewächshauses eingerahmt werden.

Für die meisten Menschen mag das südliche Niedersachsen beschaulich, ländlich, idyllisch sein – nicht viel mehr als Landschaft. Dabei kann man übersehen, welche Unternehmen mit „global player“-Status hier agieren. Am letzten Apriltag durften wir, 13 interessierte Schülerinnen der Biologie Kurse in den Stufen 11 und 12, begleitet von Frau Dr. Wegelin, Herrn Dr. de Kathen und Herrn Fust, ein solches besuchen: die Ernst Benary Samenzucht GmbH. Von Käthe durch Wald und Flur geführt, wurden wir herzlich von Klaudia Benary-Redlefsen und Matthias Redlefsen begrüßt. Schon nach der Einführung in die Firmengeschichte und die technischen und wirtschaftlichen Eckdaten durch die beiden wurde klar, dass hinter Begonien und anderen Zierpflanzen mehr steckt als schöne Blümchen. Wer hätte gedacht, dass das Benary-Saatgut weiter verbreitet ist als Coca-Cola, dass Gregor Mendel seine Erkenntnisse zur Vererbung mit Benary Saatgut erwarb, dass Benary jährlich mehr Samen verkauft als es Menschen auf diesem Planeten gibt oder dass der aktuelle Goldpreis um mehr als das 60-fache steigen müsste, um damit Begonien-Samen aufwiegen zu können. Michael, Doreen, Henriette und David führten uns durch die einzelnen Abteilungen. Dass man die pflanzliche Gewebekultur nicht nur zur vegetativen Vermehrung unter sterilen Bedingungen betreibt, sondern damit auch artübergreifende Hybride retten kann, lernten wir bei Doreen. Henriette zeigte uns, welche Herausforderung die Produktion von Blumensaat höchster Qualität darstellt. David führte uns schließlich durch die Gewächshäuser, in denen Zuchtprogramme und Qualitätskontrollen stattfinden. Wir waren schwer beeindruckt. Sowohl von den technischen Herausforderungen, dem nötigen know-how, als auch von den vielen „Kleinigkeiten“ die zu berücksichtigen sind -wie gelb muss eine Blüte sein, um zum gelb einer Nationalflagge zu passen- wenn man im Markt über Generationen bestehen will. Die begleitenden Lehrer hat gefreut, dass doch die ein oder andere Erkenntnis, Anschluss an Unterrichtsinhalte gefunden hat. Ein riesiges Dankeschön an die Familie Benary-Redlefsen und alle, die sich die Zeit genommen haben, uns diesen Einblick zu ermöglichen.

Text + Fotos: Dr. André de Kathen

Eine Gruppe von sechzehn Personen steht lächelnd in einem Gewächshaus hinter leuchtenden Reihen von roten, gelben und weißen Blumen. Die Szene zeichnet sich durch eine lebendige Farbpalette aus, wobei Gelbtöne hervorstechen, wenn das Sonnenlicht durch die Glaswände und die Decke strömt.

Drei Frauen in weißen Laborkitteln stehen in einem hell erleuchteten Labor, das mit Metallregalen gefüllt ist, in denen Reihen von durchsichtigen Plastikbehältern stehen, die jeweils kleine grüne Pflanzen und zarte Gelbtöne enthalten. Die Frauen lächeln und scheinen Wissenschaftlerinnen oder Forscherinnen zu sein.

Eine Person in einem weißen Laborkittel und blauen Handschuhen arbeitet an einem Labortisch aus Edelstahl und überträgt grünes Pflanzenmaterial - mit subtilen Gelbtönen - aus einem durchsichtigen Behälter mit einer Pinzette auf Papier. Eine Petrischale und wissenschaftliche Geräte stehen in der Nähe.