Literatur und Musik im Dialog – ein besonderer Abend in Corvey

Eine Gruppe von Menschen sitzt an einem U-förmigen Tisch in einem hellen Raum mit Holzbalken und ist ganz auf das Schreiben oder die Diskussion konzentriert. Auf den Tischen liegen Papiere, Stifte und Getränke. Im Vordergrund sind verschwommen Papier, ein Stift und eine Schere zu sehen. Durch ein großes Fenster fällt Tageslicht herein.

Eine Frau steht neben einem sitzenden Mädchen und zeigt auf ein Dokument auf dem Tisch. Das Mädchen hört aufmerksam zu. Auf dem Tisch liegen Papiere, Tassen und Stifte; die Umgebung scheint ein Büro oder ein Klassenzimmer mit modernen Möbeln und großen Fenstern zu sein.

Unter dem Motto „Tout Moun Se Moun“ – „Jeder Mensch ist Mensch“ findet vom 28. August bis zum 13. September 2026 das Via Nova Kunstfest Corvey statt. Das Festival verbindet Lesungen, Konzerte, Dialoge und Exkursionen und bringt dabei das kulturelle Erbe Corveys mit Literatur und Musik aus unterschiedlichen Epochen und Weltgegenden zusammen.

Ein besonderes Erlebnis erwartete ausgewählte Schülerinnen unseres 13. Jahrgangs, die sich mit Menschenrechten beschäftigen, am Freitag, den 4. September. Bereits am Vormittag nahmen sie an einem Übersetzungs- und Interpretationsworkshop mit Anna Eble zu Toni Morrisons Roman Beloved teil. Im Lernzentrum setzten sie sich intensiv mit Texten und Gedichten der Literaturnobelpreisträgerin auseinander und beschäftigten sich mit den vielschichtigen Themen des Romans.

So vorbereitet ging es am Abend unter der Ägide von Frau Thimm mit zwei Bullis nach Corvey. Im beeindruckenden Kaisersaal des Schlosses erlebten unsere Schülerinnen und Schüler die inszenierte Lesung „Wir brauchen irgendein Morgen“ mit Martina Gedeck.

Dabei standen Lesung und Musik nicht voneinander getrennt auf dem Programm. Vielmehr entstand ein lebendiger Dialog zwischen Martina Gedecks Lesung und der Musik: Auf Passagen aus Toni Morrisons Beloved folgten musikalische Sequenzen, dann kehrte die Aufführung wieder zur Lesung zurück. Immer wieder wechselten sich Wort und Musik ab und ließen die Geschichte auf unterschiedliche Weise lebendig werden.

Die Musik stammte aus dem „Beloved Concert 2026“, einer Uraufführung unter der künstlerischen Leitung, Komposition und Mitwirkung von Nhlanhla Mahlangu. Gemeinsam mit den beteiligten südafrikanischen Musikerinnen und Musikern verband er die Geschichte von Toni Morrisons Roman mit den Erfahrungen Südafrikas.

Afrikanische Rhythmen, amerikanische Spirituals, neu interpretierte Freiheitslieder und zeitgenössische Klangwelten trafen auf die eindringlichen Worte aus Beloved. So entstand ein außergewöhnlicher musikalisch-literarischer Abend über Erinnerung und Verlust, über Ausgrenzung und Würde, aber auch über Überleben, Hoffnung und Zukunft.

Für unsere Schülerinnen und Schüler war der Abend damit eine besondere Erfahrung: Durch den Workshop am Vormittag hatten sie sich bereits intensiv mit Toni Morrisons Werk auseinandergesetzt. Am Abend konnten sie erleben, wie Literatur und Musik miteinander in einen Dialog treten und einen literarischen Text auf ganz neue Weise erfahrbar machen.

Ein beeindruckender Abend voller Literatur, Musik und Begegnung – und ein besonderes kulturelles Erlebnis in der wunderschönen Kulisse des Kaisersaals in Corvey.

itet, unterstützt oder geprägt haben.

Mit vielen guten Wünschen für die bevorstehenden Ferien verabschiedete sich die Schulgemeinschaft schließlich in die Sommerpause.


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