Jan Kaschura

Ein Koch in weißer Uniform und schwarzen Knöpfen steht in einer Küche im Internat Solling und rührt lächelnd mit einem Schneebesen in einem großen Metalltopf. Die Küche im Weserbergland ist weiß gefliest und blau gestreift, die Armaturen sind aus Edelstahl.

Vermutlich bin ich der schnellste Koch Deutschlands. Was weniger mit meinem Kochstil zu tun hat.

Ich bin leidenschaftlicher Marathonläufer und derzeit unter den 50 schnellsten Deutschlands. Wenn mich etwas interessiert, lässt es mir keine Ruhe. Ist es ein neues Computerspiel, so spiele ich es so lange und so oft, bis ich es durch und durch kenne. Möchte ich die in meinen Augen perfekte Bisquitrolle backen, so probiere ich es Tag für Tag aufs Neue aus. An meinem Lieblingsrezept für Käsekuchen habe ich zwei Jahre entwickelt. Genau so ist es auch mit dem Laufen.

Erst wollte ich gesund, dann gut werden. Jetzt eine immer noch bessere Zeit erreichen. Mein bester Freund und ich stehen schon von Kindheit an im sportlichen Wettbewerb – als er mit Marathon angefangen hat, gab es auch für mich kein Halten mehr! Da ich gerade auf den Berlin-Marathon im September hin trainiere nimmt das Training aktuell zwei bis drei Stunden am Tag in Anspruch. Beim Laufen leert sich alles. Komme ich nach der Arbeit körperlich kaputt (wir bewegen hier im Internat zwischen 600 und 900 kg Lebensmittel pro Woche) nach Hause – kann ich mich beim Laufen seelisch total entspannen. Natürlich ist es auch oft muskulär schmerzhaft, doch mit zuckenden Muskeln auf dem Sofa zu liegen, zaubert einfach ein zufriedenes Lächeln auf mein Gesicht! Ich mag es, meine Erfahrungen mit anderen zu teilen und schreibe regelmäßig auf meiner Facebookseite Berichte über das tollste Hobby der Welt und freue mich über die Resonanz.

Da es mir wichtig ist, dass nicht mein Körper, sondern ich, das Karriereende setze, steht jetzt schon fest, dass ich mit Ende 35 aufhöre. Auf diesem Leistungsniveau, auf keinen Fall aber mit dem Laufen! Ich möchte auch mit über 60 Jahren noch an Volksläufen teilnehmen. Wenn ich dann als Letzter über die Ziellinie komme, werde ich zum (jüngeren)Sieger gehen, ihm auf die Schulter klopfen und sagen: „Ich war auch mal so ein junger, schneller Kerl wie Du!“Ausgleich zum Sport finde ich in unserem Garten. Ich finde es super interessant, wie zum Beispiel Broccoli, Spinat und Rosenkohl wachsen. Spinat zum Beispiel esse ich erst, seit wir ihn selber anbauen! Ich lege großen Wert darauf, Lebensmittel natürlich zu belassen. Es hat schon seinen Grund, dass sie so wachsen und schmecken wie sie sind. Da soll man möglichst wenig dran verändern.

Selbst meine ehemals sehr unsportliche Frau hat mit dem Laufen begonnen, weil sie wissen wollte, welchen Wert das hat, was ich da so leidenschaftlich betreibe. Mit dem Erfolg, dass ich sie auch angesteckt habe. Aus diesem und vielen anderen Gründen ist mein Ehering mein Glücksbringer und meine Stella mein Alles.

im April 2018

Eine junge Person in einem rosa ärmellosen Hemd und schwarzen Shorts läuft auf einem Kiesweg neben einem Backsteingebäude des Internat Solling mit Ranken und weißen Fenstern. Im Hintergrund befinden sich Steintreppen mit Topfpflanzen inmitten der blattlosen Bäume des Weserberglandes.

Ein lächelnder Koch im weißen Zweireiher rührt einen großen Metalltopf in der modernen Küche des Internat Solling, deren Edelstahlgeräte den modernen Stil des Weserberglandes widerspiegeln.

Ein Mann in einem rosa ärmellosen Hemd und schwarzen Shorts läuft auf einer Bahn im Internat Solling. Er ist mitten im Lauf, mit grünen Laufschuhen, im Freien an einem bewölkten Tag. Im Hintergrund sind Gras, ein Feldweg und die Hänge des Weserberglandes zu sehen.