Jan Wülfers

Ein junger Mann mit weißem T-Shirt und Schirmmütze steht bei Sonnenuntergang in der Nähe des Internats Solling im Freien. Ein braunes Sweatshirt ist über seine Schultern drapiert. Hinter ihm leuchten Steinmauern, Dächer, Grünflächen und der Horizont des Weserberglandes in Orange und Rosa — Eindruck am Internat Solling

„Invierte tu enegría en lo que valga la pena y en lo que te apasione“ – Danns Vega.

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Die Liebe zum Fußball hat mich im zarten Alter von drei, vier Jahren ereilt und seitdem nie wieder losgelassen. Von meinem ersten aktiven Spiel an spiele ich auf dem Mittelfeld. Diese strategisch so wichtige Position lässt sich auch auf meinen Berufswunsch übertragen – die Aufgaben des Mittelfeldspielers bestehen darin, gegnerische Angriffe über die Seite abzuwehren und Angriffe im gegnerischen Strafraum aufzubauen. Darüber hinaus muss er aber auch das Spiel gut lesen können sowie Spielzüge kennen und umsetzen. Ich studiere seit September 2024 Sportmanagement in Madrid. An meinen guten Ergebnissen zeigt sich, dass man etwas finden sollte, für das man brennt – dann klappt es auch mit den Noten!

Es freut mich, nach drei erlebnisintensiven, perfekten Jahren am Internat Solling wieder vollends in das muttersprachliche Spanisch einzutauchen und – offen gestanden – auch, wieder mehr Sonne und Wärme zu erleben. Bei aller Dankbarkeit gegenüber dem Internat und meiner riesengroßen Wertschätzung meines in Holzminden gewachsenen Freundeskreises – das Klima in Deutschland war für mich, der größtenteils in El Salvador, wo eigentlich immer Sommer ist, groß geworden ist und dann drei Jahre lang je maximal drei Monate Winter in Argentinien gewohnt war, echt hart zu ertragen. Als gebürtiger Latino brauche ich Licht und Sonne! Nichtsdestotrotz möchte ich die vergangenen drei Jahre um nichts auf der Welt missen.

Die Corona-bedingte Isolation war für mich als sehr sozialen Menschen schwer zu ertragen und ich muss zugeben, dass ich das Homeschooling wirklich habe schleifen lassen. Als es demzufolge hieß, dass ich entweder die Schule ohne Abitur verlassen oder eben das Schuljahr wiederholen müsse, schlug mein Vater (der selber Altschüler ist) vor, dass ich es für ein Jahr auf dem LSH versuchen möge. Da mein Deutsch nicht allzu gut war, war der Mehrwert offensichtlich, und so kam ich nach Holzminden. Lustiger Weise waren damals noch zwei Lehrerinnen aktiv, die meinen Vater noch als Schüler erlebt hatten, und so kam ich auch in den Genuss, alte Geschichten über ihn zu hören! Binnen kurzer Zeit war klar, dass ich mich sehr wohlfühle, den Zusammenhalt in der LSH-Gemeinschaft sehr schätze und bis zum Abitur auf dem Internat bleibe.

Hier in Madrid habe ich bereits im Vorfeld eine Kirchengemeinde gefunden, die mir zusagt und von der ich mir denselben Halt verspreche, wie ich ihn insbesondere in Argentinien in unserer sehr jungen Kirchengemeinde gefunden hatte. Dort ist der Glaube sehr viel stärker im Fokus und wird meiner Meinung nach dementsprechend auch selbstverständlicher gelebt. Hier in Deutschland fand ich mich in der Kirche inmitten alter Menschen wieder und bin – bis auf wenige Ausnahmen – nicht wirklich ins Gespräch mit anderen Gläubigen gekommen. Da ich die Erfahrung gemacht habe, dass mein Glaube mir einen starken Halt gibt, freue ich mich auch diesbezüglich darauf, wieder mehr Wärme zu erfahren.

Dass die am LSH entstandenen Bindungen mein Leben lang halten werden, das glaube ich nicht nur, das weiß ich. Das deutsche Wetter, das fehlt mir so gar nicht. Meine Freunde und das Zusammenleben mit ihnen dafür aber umso mehr! An dieser Stelle möchte ich ganz besonders Herrn Dr. Sztulik-Kniesl danken, der mich häufig als Gast zu Kamfahrten mitgenommen und dadurch gezeigt hat, wie sehr viel intensiver das Lernen und Erleben von Kultur gemeinsam mit Freunden ist.

Im Dezember 2024

Zwei Männer stehen Seite an Seite auf einem Golfplatz im Weserbergland und lächeln in die Kamera. Beide halten Golfschläger in der Hand und tragen Golfkleidung. Grünes Gras, Bäume, ein Teich und ein modernes Haus auf einem Hügel unter einem bewölkten Himmel vervollständigen die Szene — Eindruck am Internat Solling

Zwei Personen posieren in einem Flur des Internat Solling in kreativen Kostümen. Der eine trägt rote Tassen auf Shorts und weiße Tassen auf einem Hemd, der andere ist in Alufolie gekleidet und trägt einen silbernen Hut. Beide lächeln und stellen sich im Weserbergland spielerisch in Pose.

Eine Gruppe junger Leute, meist männlich, drängt sich zusammen und lächelt in die Kamera. Eine Frau im Vordergrund zwinkert. Die fröhliche Gruppe macht spielerische Gesten vor einem blauen Hintergrund mit einem weißen Internat-Solling-Logo-Muster, das im Weserbergland angesiedelt ist — Eindruck am Internat Solling