Natalia

Eine junge Person mit kurzen, lockigen braunen Haaren lächelt sanft. Sie trägt ein graues Oberteil und eine Halskette mit beigen und schwarzen Perlen. Das Sonnenlicht beleuchtet sanft ihr Gesicht vor dem grünen Laub im Internat Solling im Weserbergland.

Man sollte die Zeit genießen, die man gerade hat, und dann sehen, was halt noch so kommt. Natürlich ist es wichtig, Chancen und Risiken gründlich abzuwägen. Doch sterben muss man sowieso und dann doch lieber früher, aber ohne das Bereuen, etwas nicht gemacht zu haben. Von nicht genutzten Chancen lebt man nicht automatisch besser und länger.

Ich sehe das so: Als Kind hat man nicht viele Verantwortungen, sondern eigentlich nur die für die Schule. Also ist es einfach meine Aufgabe, diese so gut wie möglich zu machen. Baut sich in mir wegen einer anstehenden Klassenarbeit Stress auf, so gehe ich für einige Laufrunden auf den Sportplatz. Dort renne ich die Anspannung aus mir raus und kann danach entspannter weiter lernen. Auch beim Tennis, das ich seit elf Jahren spiele, kann ich mich angenehm müde machen und an nichts anderes als das Spiel denken. Zur Verwunderung meiner eher unmusikalischen Eltern bereitet mir Musik große Freude. Ich spiele Posaune, Klavier und Schlagzeug. Wobei ich nie Unterricht im Schlagzeug spielen hatte: Während des Musikunterrichts stand ich immer neben dem Schlagzeug und dachte: “Das sieht nicht schwer aus, das probiere ich mal!“ Tatsächlich klappt es gut – und ich finde es auch ziemlich cool, als Mädchen hinter dem Schlagzeug zu sitzen!

Ich bin stolz darauf, Spanierin zu sein. Untypisch für eine Spanierin ist an mir nur, dass ich wirklich sehr pünktlich bin. Ich finde es einfach nur unhöflich, andere auf mich warten zu lassen. Wenn wir mit der gesamten Familie irgendwo hinfahren, bin ich immer diejenige, die die anderen antreibt!

Daran muss sich meine Familie bald wieder gewöhnen, da sich meine Zeit hier im Internat Solling dem Ende nähert. Auch wenn ich mich natürlich sehr darauf freue, wieder auf Teneriffa zu Hause zu sein und binnen 10 Minuten das Meer sehen zu können – der Abschied fällt mir schwer! Hier habe ich viele liebe Menschen und mir völlig neue Blickwinkel auf Dinge kennen gelernt. Wenn mein Bruder ein bisschen älter ist werde ich ihm sehr gerne helfen, sich auch für ein Stipendium hier zu bewerben.

im Mai 2021

Eine Person in einem Mantel mit pelzbesetzter Kapuze sitzt auf einer niedrigen Backsteinmauer am ruhigen Fluss im Weserbergland. Kahle Bäume säumen das gegenüberliegende Ufer, und in der Nähe der Person erinnert ein blaues Fahrradschild an Szenen von Spaziergängen in der Nähe des Internats Solling.

Eine Tennisspielerin in schwarzem Hemd und blauem Rock bereitet sich auf einen Aufschlag auf einem Sandplatz im Internat Solling vor. Sie wirft den Ball mit der linken Hand über den Kopf, den Schläger in der rechten Hand, während Gebäude und weiße Stühle das Weserbergland umgeben.