Omar

Ein lächelnder Teenager namens Max–Henry steht in einem dunkelblauen Schwimmparka am Rand eines Hallenbads. Die Kapuze ist hochgezogen, und der Parka ist bis oben zugeknöpft. Hinter ihm befindet sich ein helles Schwimmbecken, in dem eine Person in einer Bahn schwimmt. Große Fenster lassen Tageslicht herein. Der Beckenrand ist gefliest und größtenteils leer.

Ein junger Mann – Max-Henry – in einem dunklen Anzug, mit Krawatte und Brille lächelt leicht in einem großen, weißen Zelt, das mit Reihen weiß bezogener Stühle gefüllt ist und im Hintergrund Menschen zu sehen sind; sanfte, warme Beleuchtung und Veranstaltungsdekoration sind zu erkennen.

Ein handgeschriebenes Gedicht mit dem Titel „Lebewohl, Frühling der Jugend“ auf liniertem Notizbuchpapier, verfasst mit einem blauen Stift. Das Gedicht handelt von Veränderung, Erinnerung und herzlichem Abschied und erwähnt in seinen Versen beiläufig Max–Henry. Es ist unten mit „Omar Kimani“ signiert und auf den 13.07.2026 datiert.

Wenn man eine Sache in seinem Leben am allerbesten können muss, so ist das, sich selbst zu lieben. Das ist die Basis für alle anderen Beziehungen im Leben, da man sonst keiner anderen Person glauben kann, liebenswert zu sein. Zu meiner Freude kann ich Omar lieben. Ich mag meine albern-lyrisch-verspielte Seite ebenso gerne, wie meine analytisch-disziplinierte. Was vielleicht erklärt, warum „ambivalent“ eines meiner deutschen Lieblingswörter ist. Dieses Wort ist herrlich facettenreich und lässt meines Erachtens genauso viel Spielraum wie der Zustand, den es beschreibt.

Mein Motto ist „Love what you do to do what you love“. Mittels dieser Aussage kann ich mich gut dazu bringen, Dinge anzupacken, die ich nicht so gerne mache. Zum Glück mag ich aber vieles! So spreche ich zum Beispiel Arabisch und Englisch muttersprachlich, Deutsch ist seit der Vorschule in meinem Leben und zudem kann ich mich auf Spanisch und Französisch nicht perfekt, aber gut verständigen. Derzeit lerne ich Italienisch. Ähnlich breit sind meine sportlichen Interessen aufgestellt: Hier am Internat Solling habe ich mit großer Freude Volleyball für mich entdeckt, gehe regelmäßig ins Gym und trainiere aber auch weiterhin das Schwimmen. Nachdem ich im Alter von drei Jahren mit dem Schwimmen begonnen habe, nahm ich ab dem Alter von neun aktiv in Wettkämpfen teil und war ab 11 Jahren auch in einem Verein. Leider musste ich dieses Leistungsniveau aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Dennoch ist das Wasser nach wie vor mein Element und ich bin sehr froh, das Schwimmen hier in Holzminden fortsetzen zu können. Da ich deutlich mehr Lebensjahre mit dem Schwimmen verbracht habe als denn ohne, ist es mittlerweile ein fester Bestandteil meines Seins. Im Becken bin ich nur Atem, Bewegung und das Fließgefühl des Wassers an mir entlang. Selbstverständlich kann ich es auch genießen, mit Freunden nur der Erfrischung wegen Baden zu gehen, doch kann ich selbst dann die Ausführung der Schwimmtechniken nicht vollends abstellen. Sie sind mittlerweile vermutlich schon Teil meiner DNA!

Was ich auch liebend gerne tue ist das Kochen. Davon profitiert auch meine Kam! Für mich stellt das Kochen eine maximal entspannende Tätigkeit dar, zumal es auch noch ein leckeres Ergebnis gibt. Selbst die Herausforderung, auf echtem, tanzendem Feuer zu kochen und die damit verbundene Spannung, es trotz der schwer kalkulierbaren Hitze gut hinzubekommen, nehme ich gerne an. Selbstverständlich nicht in unserer Kam-Küche! Wenn ich bei meiner Familie in Ägypten zu Besuch bin, wünsche ich mir von meiner Mutter das Gericht „Kuschari“. Das ist ein köstlicher Berg aus Linsen, Reis, Nudeln und Kichererbsen mit einer Knoblauch-Tomatensauce und Röstzwiebeln. Dieses herrliche, natürlich in einem kleinen Sättigungs-Koma resultierende Gericht muss man probieren; es ist kaum zu beschreiben!

Obwohl ich wortgewandt bin. Tatsächlich ist „Sprache“ eine weitere Leidenschaft von mir. Es ist doch fantastisch, anderen Menschen Dinge nuanciert vermitteln zu können! Im Erstellen eigener Texte, insbesondere Gedichte, fühle ich mich ähnlich im Fluss wie während des Schwimmens. Meiner Meinung nach ist ein Gedicht die tiefste und persönlichste Textform, „a picture with a thousand words“. Zudem können Lesende alles, schlussendlich sich selbst und ihr persönliches Erleben, in den Text hineininterpretieren, da im Gegensatz zu einem Sachtext viel Raum zwischen den Zeilen frei bleibt.

Nun, da sich meine Schulzeit am Internat Solling ihrem Ende nähert, fühle ich mich einem Studentenleben in Deutschland gewachsen. Mir wurden hier am Internat die Werte der deutschen Gesellschaft, Dinge wie zum Beispiel Mülltrennung und Selbstständigkeit in alltäglichen Dingen derart vermittelt, dass ich mich gut gerüstet fühle, den nächsten Schritt ins Erwachsenenleben zu wagen. Da mein Großvater in Göttingen promoviert und meine Mutter ihre ersten Lebensjahre dort verbracht hat, ist es ein kleiner „full circle moment“ für mich, die Basis dafür nur wenige Kilometer entfernt geschaffen zu haben.

وكأن الدائرة قد اكتملت
wa-kaʾanna ad-dāʾirata qad iktamalat
„Als hätte sich der Kreis vollendet.“

im Juni 2026

 


Internat Solling kennenlernen: Max-Henrys Geschichte ist eine von vielen unter Ganz persönlich. Mehr zum Schulleben unter Das Internat, Wohnen und Lernen.

Ein lächelnder Teenager namens Max–Henry steht in einem dunkelblauen Schwimmparka am Rand eines Hallenbads. Die Kapuze ist hochgezogen, und der Parka ist bis oben zugeknöpft. Hinter ihm befindet sich ein helles Schwimmbecken, in dem eine Person in einer Bahn schwimmt. Große Fenster lassen Tageslicht herein. Der Beckenrand ist gefliest und größtenteils leer.

Ein handgeschriebenes Gedicht mit dem Titel „Lebewohl, Frühling der Jugend“ auf liniertem Notizbuchpapier, verfasst mit einem blauen Stift. Das Gedicht handelt von Veränderung, Erinnerung und herzlichem Abschied und erwähnt in seinen Versen beiläufig Max–Henry. Es ist unten mit „Omar Kimani“ signiert und auf den 13.07.2026 datiert.